

Eichbühel (Biotop 40805)


Lehmlöcher (Biotop 40801)



Örflaschlucht (Biotop 40804)

Kapf (Biotop 40807)

In Götzis gibt es neun schützenswerte Biotope.
Haben Sie schon einmal eine Sibirische Schwertlilie oder eine Sumpf-Gladiole bei einem Spaziergang entdeckt? Wussten Sie, dass es fleischfressende Pflanzen in Götzis gibt und Schmetterlinge, deren Raupen inmitten von Fressfeinden groß werden? Nur durch ihre besonderen Fähigkeiten können die Raupen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings Ameisennester als Kinderstube nutzen. Die Schneide, ein seltenes Gras mit messerscharfen Blättern, wächst in Vorarlberg nur in zwei Gebieten. Eines davon ist das Götzner Streuwiesengebiet Mösle, vielen als Jägerloch bekannt. All diese Besonderheiten und viele weitere Tier- und Pflanzenarten kommen in den Götzner Biotopen vor. Manche von ihnen sind so selten und vom Aussterben bedroht, dass sie sogar europaweiten Schutz nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union genießen.
Die Götzner Biotope, genau genommen die schützenswerten Biotope, wurden erstmals bei den Erhebungen zum Vorarlberger Biotopinventar in den Jahren 1984-86 erfasst, 2005 wurde die Erhebung wiederholt und das Biotopinventar aktualisiert. In Götzis liegen neun schützenswerte Biotope, die insgesamt ca. 10% der Gemeindefläche einnehmen. Die Biotopausstattung in Götzis ist vielfältig und reicht von Streuwiesen, Flach- und Hochmooren über Laubmischwälder und Magerwiesen bis zu künstlichen Stillgewässern. Insbesondere in den Mooren, Streu- und Magerwiesen leben zahlreiche seltene und gefährdete Arten. Sie sind Hotspots der Artenvielfalt. Die Biotope unterliegen gänzlich oder in Teilen einem Schutz durch das Vorarlberger Naturschutzgesetz.
Wer schon einmal ins Götzner Biotopinventar hineinschnuppern möchte, findet dieses auf der Homepage vom Land Vorarlberg.
Anlässlich der Aktualisierung des Biotopinventars werden jährlich Exkursionen zu besonders schutzwürdigen Biotopen angeboten.
In der Umgangssprache wird unter einem Biotop oft ein Gartenteich verstanden. Ja, auch dieser ist ein Biotop, genauso aber eine Wiese oder ein Wald. Denn ein Biotop ist ein Lebensraum einer Lebensgemeinschaft bestimmter Tier- und Pflanzenarten.
Intakte Biotope sind nicht nur für die Erhaltung der Biodiversität unerlässlich, sie erfüllen auch noch viele andere Funktionen im Naturhaushalt und schlussendlich auch für uns Menschen. Lange Zeit wurden diese sogenannten Ökosystemdienstleistungen nicht beachtet. Dabei sind sie enorm und haben viel mehr mit unserem Alltag zu tun, als viele denken.
Ohne funktionierende Lebensgemeinschaften von Bodenorganismen – vom Regenwurm bis zu den Bodenbakterien – kann die Bodenfruchtbarkeit und der Nährstoffkreislauf in Grünland und Äckern nicht erhalten werden. 35 % der weltweiten Produktion an pflanzlichen Nahrungsmitteln ist von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Ein Großteil dieser Insekten ist wildlebend und auf naturnahe Lebensräume angewiesen. Wälder, Moore und andere Lebensraumtypen binden klimaschädliches Kohlendioxid und tragen so zum Klimaschutz bei. Nicht zuletzt sind naturnahe Lebensräume für unser seelisches Wohlbefinden wichtig und bieten einen hohen Freizeit- und Erholungswert.
Damit Ökosysteme all diese Funktionen auch langfristig erbringen können, müssen sie intakt sein und mit den typischen Tier- und Pflanzenarten ausgestattet sein. Ökosystemdienstleistungen sind somit eng mit der biologischen Vielfalt verknüpft.