Die finanzielle Situation der Gemeinden in Vorarlberg ist derzeit angespannt. Steigende Kosten, sinkende Spielräume und zahlreiche Pflichtaufgaben stellen die kommunalen Haushalte vor große Herausforderungen. Auch die Marktgemeinde Götzis ist davon betroffen. Umso bedeutender ist es, dass es gelungen ist, ein Budget zu erstellen, das trotz dieser Rahmenbedingungen eine der wichtigsten Investitionen der kommenden Jahre absichert: die umfassende Sanierung und Erweiterung der Volksschule Markt.
„Gerade in finanziell schwierigen Zeiten müssen wir klare Prioritäten setzen. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft unserer Gemeinde und unserer Kinder“, betont Bürgermeister Manfred Böhmwalder.
Das beschlossene Projekt vereint den Erhalt des historischen Ortsbildes mit zeitgemäßen pädagogischen Konzepten. Das Siegerprojekt des Architekturbüros Bernardo Bader Architekt ZT GmbH sieht eine ökologische Bauweise, flexible Lernräume, eine großzügige Aula, eine Schulbibliothek sowie eine Doppelturnhalle vor. Auch Aspekte wie Inklusion, ganztägige Schulformen und Nachhaltigkeit als e5-Gemeinde sind zentrale Bestandteile der Planung. Die Blumenwiese im Zentrum bleibt dabei unbebaut, die Erschließung erfolgt weiterhin fußläufig, ergänzt durch eine verkehrsberuhigte Lösung im Umfeld der Schule.
Baustart für Ersatzschule
Damit der Schulbetrieb während der Bauzeit reibungslos weitergeführt werden kann, ist die Errichtung einer Ersatzschule auf einem Gemeindegrundstück in der Altacherstraße vorgesehen. In der Dezember-Sitzung der Gemeindevertretung wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung die Anmietung von Containern für diese Ersatzschule beschlossen. Die Anmietung über einen Zeitraum von 29 Monaten stellte sich dabei als wirtschaftlich günstigste Lösung heraus. Ebenso wurden die Baumeisterarbeiten sowie die Vergabe der Zimmermann- und Dachdeckerarbeiten für die Ersatzschule genehmigt. In der Sitzung der Gemeindevertretung am 16.03.2026 haben die Mandatare einstimmig weitere Vergaben für die VS Markt beschlossen. Im Juni 2026 wurde mit dem Abbruch des ehemaligen Sunnahüsles begonnen. Der Umzug der Volksschule Markt in die provisorischen Räumlichkeiten erfolgt Ende des Schuljahrs 2025/26, sodass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen nicht während des laufenden Schulbetriebs den Standort wechseln müssen. Der eigentliche Baubeginn für die neue Volksschule Markt ist Juli 2026 vorgesehen. Die Bauzeit wird rund zwei Jahre betragen, die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2028/2029 geplant. Im Anschluss daran erfolgt der Rückbau der Ersatzschule. Bürgermeister Böhmwalder: „Mit der Ersatzschule schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass der Unterricht ohne Qualitätseinbußen weitergeführt werden kann, während wir gleichzeitig an einer modernen Schule für die nächsten Jahrzehnte bauen.“ Die Investitionskosten für Neubau und Sanierung belaufen sich auf rund 34 Millionen Euro. Diese Summe stellt zweifellos eine große Herausforderung dar, wurde jedoch bewusst in Kauf genommen. Bildung bildet das Fundament für gesellschaftliche Entwicklung, Chancengleichheit und die Attraktivität einer Gemeinde als Lebens- und Wohnort.
„Wir wissen, dass dieses Projekt finanziell viel von uns verlangt. Aber eine starke Gemeinde braucht starke Bildungseinrichtungen – und dafür übernehmen wir Verantwortung“, erklärt Manfred Böhmwalder abschließend.
