Das Götzner Moos vor und nach seiner Renaturierung

Im Jahr 2013 wurde im Götzner Moos das erste Hochmoor Vorarlbergs mit beträchtlichem Aufwand renaturiert. Der Naturschutzbund hat die Wirkung dieser Maßnahmen nun erfasst.
Das Götzner Moos vor und nach seiner Renaturierung

Das Hochmoor im Götzner Moos ist ein sehr wertvoller Lebensraum und ein Naturjuwel in der Marktgemeinde. Bereits im ersten österreichischen Moorschutzkatalog aus dem Jahr 1982 wird dem auf 1100 Meter gelegenen Götzner Moos internationale Bedeutung zugesprochen. Eine der Besonderheiten des Moors ist das Vorkommen der Spirke. Aufgrund von Drainagen war das Moor in den 1980er-Jahren schon relativ trocken und gestört. 2013 wurde mit der Renaturierung begonnen, wobei auch ein angrenzendes Niedermoor miteinbezogen wurde. Es wurden Stauwehren in die alten Entwässerungsgräben eingebaut und untypische Gehölze und Büsche entfernt. Moore gelten als wichtige Kohlenstoffspeicher. Die Renaturierung trägt somit eine wesentliche Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel.

Nun wurden diese Maßnahmen von einem Projektteam des Naturschutzbundes Vorarlberg einer Erfolgskontrolle unterzogen, um die Veränderungen und Entwicklungen der Vegetation und ausgewählten Tierarten sowie des Wasserstandes aufzuzeigen.

Mit überdurchschnittlich warmen und teilweise auch extrem trockenen Sommern im Berichtszeitraum 2013 bis 2019 waren die klimatischen Rahmenbedingungen für eine Moorregeneration sehr ungünstig. Die Grundwasserstände schwanken im Untersuchungszeitraum zwischen -1 cm und -43 cm in Abhängigkeit der Witterung. Ein permanent hoch anstehender Wasserstand gilt als idealer Zustand für eine Hochmoorentwicklung mit Torfwachstum.

In der Vegetation konnten in diesem kurzen Zeitraum des Monitorings verschiedene Entwicklungen beobachtet werden: spezielle Moorpflanzen konnten sehr rasch profitieren, aber auch die Ansiedlung von Störungszeigern wurde beobachtet. Beispielsweise weist die Zunahme von Pfeifengras auf die wechselfeuchten Bedingungen sowie Mineralisierung des Torfbodens hin.

Ein neu entstandener Lebensraum sind die seichten, wenige Quadratmeter großen Tümpel im Bereich der Grabenstaus, wo sich typische Moose entwickeln konnten. Nach der Renaturierung konnten im Götzner Moos 15 Libellenarten nachgewiesen werden, von denen sich mindestens sechs Arten wenigstens in einem Jahr an den neu entstandenen Kleingewässern erfolgreich fortgepflanzt haben.

Im Götzner Moos konnten 41 Tagfalter-Arten nachgewiesen werden; davon dürften 18 Arten im Gebiet bodenständig sein, elf weitere Arten pflanzen sich vermutlich im direkten Umfeld des Untersuchungsgebietes fort. Durch die seit Herbst 2016 erfolgende Streuwiesenmahd wird sichergestellt, dass diese offenen Feuchtlebensräume langfristig erhalten bleiben.

Mit der vorliegenden detaillierten Erfassung der Vegetationsveränderungen in den ersten sechs Jahren nach erfolgter Renaturierung sowie der Dokumentation der Reaktion der Fauna (Libellen, Tagfalter) auf die durchgeführten Maßnahmen wurde eine gute Grundlage für ein längerfristiges Monitoring geschaffen. Nicht zuletzt im Hinblick auf die derzeitigen klimatischen Veränderungen könnte ein derartiges Monitoring spannend werden.

 

Den gesamten Bericht mit den Ergebnissen zum Monitoring finden Sie hier. 

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