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Götzner Gespräche: Unsere Volksschule

Großes Interesse an den „Götzner Gesprächen“ mit dem Titel „Unsere Volksschule: Geschichte & Zukunft“ sorgte am vergangenen Freitag für eine volle Kulturbühne AMBACH.

In einem ersten Teil gaben Thomas Kirisits, Georg Schwab und Wolfgang Berchtold in einem kurzweiligen dialogischen Vortrag Einblicke in die 240-jährige Geschichte der öffentlichen Schule in Götzis, aber auch über Formen freiwilligen Schulunterrichts in den Jahrhunderten davor. Insgesamt war Vorarlberg kein guter Boden für Schulunterricht: zu lange Zeit unter der Kontrolle der Kirche, schlechte Ausbildung und schlechtes Ansehen der Lehrer, niedrigste Löhne in der gesamten Monarchie und unvorstellbar erniedrigende Bedingungen für weibliche Lehrpersonen bis in die 1950er-Jahre hinein.

Auch über die Schulbauten wurde berichtet: Die erste Schule von 1782 bis 1865 im Unterdorf, dann ab 1865 im Josefsheim und endlich 1887 in der „neuen“ Volksschule an der heutigen Stelle. Ein Schulgebäude folgte im Götznerberg 1821 und in Meschach 1827. Mit zahlreichen Anekdoten, Zitaten und Dokumenten zeichneten die Referenten ein buntes und spannendes Bild der Götzner Schulgeschichte.

Im zweiten Teil referierte der in Götzis aufgewachsene Univ. Prof. Dr. Helmut Fend über die Inhalte seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Tätigkeiten an verschiedensten Universitäten. Er zeigte, worauf es beim Unterricht ankommt, wie sich das Lehren und Lernen im Laufe der Zeit verändert hat und was er aus seiner beinahe 60-jährigen erziehungswissenschaftlichen Forschungstätigkeit über die Eckpfeiler eines guten Unterrichts sagen kann: Es sind dies eine klare Strukturierung nach Kompetenzen und Schwierigkeitsgraden, eine Anpassung an die Lernmöglichkeiten der Kinder und eine geregelte Unterrichtsstruktur.
Bleibend sei die Bedeutung der Kindorientierung, das Kind muss von den Lehrpersonen erkannt werden, in seinen Entwicklungsstufen und auch in seinen sozialen und emotionalen Wesensarten. Die Sicht der kindlichen Seele mit ihren Abgründen und Verletzlichkeiten sei ein großes Thema.

Das Training der Resonanzfähigkeit der Lehrpersonen sei schließlich ein ganz wichtiges Gebiet, welches dazu führen sollte, dass die Kinder sich wahrgenommen und akzeptiert fühlen.
Am Ende der Veranstaltung wurde noch der Direktor der Volksschule Markt, Johannes Rothmund, mit einer Laudatio von Bürgermeister Böhmwalder verabschiedet und die neue Direktorin Claudia Grießinger begrüßt.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Chor der Volksschule Markt unter der Leitung von Stefanie Gächter und Lisa Pfefferkorn.