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Streuewiesen

Feuchte Lebensräume für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Streuwiesen sind Lebensräume feuchter Standorte, die im Zusammenspiel von Natur und bäuerlicher Nutzung entstanden sind.  Bei dieser alten Nutzungsform werden die Wiesen nicht gedüngt und erst im Herbst gemäht. Der Aufwuchs bzw. das Schnittgut dient als Einstreu im Stall. In den vergangenen Jahrzehnten haben Streuwiesen durch die Veränderungen in der Landwirtschaft und die billigen Stroheinfuhren aus Ackerbaugebieten ihre wirtschaftliche Bedeutung eingebüßt. Folglich wurden viele Streuwiesen entwässert, intensiviert oder einfach nicht mehr gemäht.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung haben Streuwiesen einen besonderen Stellenwert als Natur- und Lebensraum. Durch die Nährstoffarmut, das hoch anstehende Grundwasser und die späte, aber regelmäßige sowie extensive Nutzung haben Streuwiesen eine erstaunliche Artenvielfalt und sind reich an lichtliebenden Arten, Spätblühern und „Hungerkünstlern“ der Pflanzenwelt. Für viele dieser Spezialisten sind Streuwiesen die letzten Rückzugsgebiete. Streuwiesen bieten auch vielen Tierarten, die auf intensiv bewirtschafteten Flächen keinen Lebensraum finden, günstige Lebensbedingungen. Die Anzahl gefährdeter Arten ist in Streuwiesen besonders hoch.

Aufgrund der nassen Bodenverhältnisse werden nicht alle Flächen regelmäßig bewirtschaftet und verbuschen. Einige Bereiche sind stark verschilft, andere mit Neophyten durchsetzt. Entbuschungsaktionen gelten als wichtige Pflegemaßnahmen zum Schutz und zum Erhalt der Streuwiesen. Eine weitere wichtige Maßnahme zum Erhalt dieser Flächen ist die Aufnahme der Flächen in die Verordnung über den "Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau" (Kurztitel: Streuewiesenverordnung). Dieser gesetzliche Schutz bietet Vorbehalt vor Überbauung, Entwässerung, Düngung, Beweidung und Umbruch und in der Zeit vom 15. März bis zur Mahd dürfen die Flächen nicht betreten werden (ausgenommen für notwendige Verrichtungen in Ausübung des Grundeigentums). Gemäht werden die Streuwiesen einmal jährlich in der Zeit vom 1. September bis zum 15. März.

 

Lesen Sie hier mehr über den Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau

Hier finden Sie die aktuelle Fassung (vom 25.04.2016) der Verordnung der Landesregierung über den Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau 

Übersicht der geschützten Flächen in Vorarlberg 

Schwertlilienblüte im Mösle (Ingrid Loacker)

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